Wo unser Wohnkoffer herkommt. Zu Besuch bei Lambert

2015 hat Wiebke sich auf den Weg gemacht, ein passendes Basisfahrzeug für unser Projekt Einraumwohung zu finden. Ein Blumenkoffer sollte es werden – kein toter Fisch, kein totes Schwein sondern lebende Blumen sollten der Einraumwohung ein besonders gutes Karma verleihen.

Und so nahm Wiebke den Hörer in die Hand und fand relativ schnell unseren LKW mit samt Kühlkoffer. Es passte alles: die maximale Breite, die Länge, der Zustand und das MAN Zugfahrzeug. Und als wir dann erstmals von unserem Plan und dem ersten Schritt im Bekanntenkreis erzählten, wurde uns klar: scheinbar hatten wir mit dem Kühlkoffer ein glückliches Händchen, denn wir hörten: Oh, ein Lamberet-Koffer – das ist Qualität!

Wir waren also Besitzer eines Kühlkoffers des französischen Herstellers Lamberet, einer der führenden Hersteller in Europa, in Frankreich sogar der Platzhirsch in diesem Segment.

Anlässlich der IAA Nutzfahrzeugmesse in Hannover lernten wir die überaus netten Menschen hinter der Marke kennen. Das Team der deutschen Vertretung aus Erfurt sowie den Marketing-Chef aus Frankreich. Und wie das so ist, legen wir uns Visitenkarten immer gut weg. Kurz vor unserer diesjährigen Reise nach Frankreich hatte ich also schnell die Box mit den Kärtchen rausgesucht und das team von Lamberet in Saint-Cyr-sur-Menthon kontaktiert. Der Ort liegt in der Nähe von Mâcon, also ziemlich genau auf unserem Weg zu unserem angestrebten Ziel Marseille.

Bei solchen Anfragen müssen unsere Kontaktparter stets viel Humor mitbringen, denn die Anfrage war nicht seit Wochen geplant, sondern spontan einen Tag vor unserer Abreise per Mail angefragt. Umso schöner, dass uns quasi auf dem Weg die Einladung zur Werksbesichtigung per Mail aufs Smartphone erreichte.

„OK Wiebke, in 22 Stunden müssen wir bei Lamberet sein. Sind nur 990 Kilometer“. Keine andere Chance, als den Tachomat auf 85 km/h und laufen lassen. Zum Glück hatten wir keinen Stau, legten eine günstige Tank- und kurze Schlafpause in Luxemburg und starteten früh am nächsten Morgen direkt um 7:00 Uhr, sodass wir pünklich bei Lamberet ankamen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wir nach der Werksbesichtigung direkt zum Meer weiterführen – so schnell waren wir noch nie in Südfrankreich!

Unsere Besichtigung startete mit ein wenig Smalltalk und einen heißen Cafe, der unsere Lebensgeister wieder erweckte. Motiviert liefen wir mit dem Marketigleter diverse Hallen in der Reihenfolge der Produktion ab. Zunächst ging es ins Materiallager für die Schaumstoffe, die anschließend in der Produtionshalle in Verbindung mit Metallstreben, Glasfasermatten und dem Coating zu bis zu fast 14 Meter langen Panelen transformiert werden.

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Direkt nach der Produktion findet eine sehr sorgsame Qualitätkontrolle statt, bevor die Einzelplatten in einer riesigen Anlage zu einem vollständigen Koffer verklebt werden. Technisch sehr ausgefeilt. Aber das Technische ist immer nur die eine Seite. Sehr gut gefallen hat uns, wie freundlich die Stimmung in der Fabrikation war. Jederzeit war ein Blick über die Schulter möglich.

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Nachdem der Koffer geklebt ist, folgt die Montage auf das Fahrgestell sowie die Austtattung mit Leuchten, Zusatzwänden, Klimaanlage und weiterem Zubehör. Führung beendet- weit gefehlt! Lamberet setzt nicht nur auf angelieferte, fertige Fahrgestelle, sondern baut diese auch in Eigenregie nach Kundenvorgabe, was wir in der anschließenden Halle sehen konnten.

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Nach fast zwei Stunden folgte noch ein schönes Foto mit der Einraumwohnung direkt auf dem Werksgelände. Ein wirklich sehr informativer Nachmittag mit einem äußerst sympathischen Marketing-Chef ging zu Ende, für den wir uns noch einmal recht herzlich bedanken möchten.

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