Berlin ist für uns immer eine Reise wert. Eine Stadt so voller Gegensätze, dass wir sie gerne immer wieder aufs Neue entdecken mögen. Klar gibt es die klassischen Highlights – ohne die kann man kaum von sich behaupten, jemals in Berlin gewesen zu sein:

  • Brandenburger Tor: Das ikonische Brandenburger Tor ist ein Wahrzeichen Berlins und ein Symbol für die Einheit Deutschlands. Es ist ein Muss für jeden Besucher.
  • Reichstagsgebäude: Sitz des Deutschen Bundestags. Der Besuch der beeindruckende Glaskuppel ist möglich.
  • Berliner Mauer: an verschiedenen Standorten, wie der East Side Gallery oder dem Mauerpark sind die Relikte der geteilten Stadt sichtbar.
  • Museumsinsel: Als UNESCO-Weltkulturerbe umfasst die beeindruckende Sammlung in mehreren Museen, darunter das Pergamonmuseum und das Ägyptische Museum.
  • Checkpoint Charlie: Der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie war ein Symbol des Kalten Krieges. Heute mehr Nepp als Informationen.
  • Gedenkstätte Berliner Mauer: Historischer Ort, der über die Geschichte und Auswirkungen der Teilung der Stadt informiert.
  • Holocaust-Mahnmal: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist ein beeindruckendes Mahnmal, das an die Opfer des Holocaust erinnert. Es ist ein Ort der Reflexion und des Gedenkens.
  • Charlottenburg-Palast: Der prächtige Charlottenburg-Palast, das größte Schloss Berlins lädt ein und bietet Erholung in seinen schönen Gärten.
  • Potsdamer Platz: Lebhafter Platz mit seinen modernen Wolkenkratzern, Kinos, Geschäften und Museum (wie z. b. die Kinemathek).
  • Berliner Dom: Die prächtige Kirche am Ufer der Spree ermöglicht von der der Kuppel aus einen tollen Blick über die Innenstadt.

Sind diese touristischen Ziele erst einmal „abgegrast“, kann man super die anderen schönen und manchmal auch von einer ganz speziellen Schönheit gekennzeichneten Ecken der Bundeshauptstadt erkunden. Unsere alternativen Tipps stellen wir euch nun vor.

Mobil in Berlin

Berlin ist nicht gerade von einer Vielzahl an Stellplätzen gesegnet. Viele Stellplätze und Campingplätze sind eher am äußeren Rand der Stadt zu finden, was in der Regel die Nutzung des BVG Streckennetzes zur Folge hat. Damit ist man flexibel und kommt in Windeseile von Punkt A nach Punkt B. Die vielfältigen Angebote wie WelcomeCard oder oder CityTourCard waren für uns nie so richtig interessant. Daher nehmen wir das klassische 24 Stundenticket für knapp 10 Euro pro Person, mit dem wir dann zum Beispiel vom Stellplatz in Gesundbrunnen aus in alle möglichen Ecken Berlins fahren können.

Stellplatz Wohnmobil-Oase Berlin

Als Stellplatz haben wir uns den wohl zentralsten Stellplatz in Berlin ausgesucht. Bei der Ankunft wurden wir sofort freundlich begrüßt: eine Tugend, die nicht jedem Berliner inne ist. Der Platz hat uns sehr gefallen, nicht nur wegen der Zentralität, sondern vielmehr wegen des bunten Flairs: Menschen, die im Bademantel zur Dusche laufen, viele junge Familien, eher tradierte Camper mit mittelgroßen Fahrzeugen, Belgier, Dänen, Schweden und mittendrin die Einraumwohnung.

Ver- und Entsorgung sind gut zugänglich, Strom ist bei Bedarf verfügbar, Duschen und Toiletten sind ebenfalls vorhanden und im Preis ebenso wie Frischwasser inbegriffen. Und, wer mitten in der Stadt steht, weiß es zu schätzen: nachts wird das Tor geschlossen und somit bleiben unliebsame Gäste draußen. Man schläft also ganz beruhigt.

Von hier aus sind binnen 5 Minuten sowohl die Bushaltestelle als alle U- und S-Bahnen des Bahnhofs Gesundbrunnen zu Fuß zu erreichen. Hier findet ihr übrigens die Currywurstbude von Baude. Ein Muss, egal wann! Und auch die dirket angrenzenden Imbisse und Frühstückslokale laden zum ausgiebigen Verweilen ein. Gut gestärkt kann man nun die Erkundung der Stadt starten.

Helmut Newton Forum

Im Helmut Newton Forum in Berlin findet man eine umfangreiche Sammlung von Fotografien des gleichnamigen renommierten Fotografen . Die Ausstellungen zeigen verschiedene Aspekte seines Wirkens, darunter Modeaufnahmen, Porträts und Aktfotografien. Und wer jemals von Helmut Newtons Aufnahmen gepackt wurde, der kann sich kaum an den Ausstellungsstücken der Dauerausstellung sattsehen.

Hier werden aber auch wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. So zum Beispiel im dritten Stock die Macht der Fotografie im 2. Weltkrieg, die noch bis zum 20.08. zu sehen ist. Ein Thema, dass wir nicht von vornherein im Fokus hatten, das uns dann aber trotzdem fesselte. Eine weitere, mit Sicherheit spannende Ausstellung ist in der Vorbereitung, die sich dem fotografischen Schaffen der wunderbaren June Newton, auch als Alice Springs bekannt, widmet.

Classic Car Remise

Ein Zufallsfund, der besser nicht hätte sein können – zumindest für uns, denn für Autos und Motoren brennen wir ja bekanntlich. Die Classic Car Remise in Moabit ist ein bekanntes Zentrum für Oldtimer und Liebhaber klassischer Fahrzeuge, eine Kombination aus Ausstellungs- und Verkaufsflächen, Werkstätten, , Händlern, Restaurierungsbetrieben und Gastronomie.

Im historischen Straßenbahndepot im Stadtteil Moabit ist die Remise zu finden und bietet eine beeindruckende Kulisse für die Präsentation und Aufbewahrung von Oldtimern. Das Gebäude selbst ist ein architektonisches Juwel und wurde liebevoll restauriert, auch um den Charme der Vergangenheit zu bewahren.

Eine große Vielfalt an Fahrzeugen ist zu bewundern, sowohl zwei- als auch vierrädrige. Im Vergleich zu einem Museum haben die meisten Exponate jedoch ein Preisschild in der Windschutzschutzscheibe – was die Sache noch eine Spur interessanter macht, jedenfalls ging uns das so. Ein schöner Nebeneffekt: Da es sich im Prinzip um Verkaufs- und Lagerflächen mit angeschlossener Gastronomie handelt, ist der Eintritt frei.

Wochen- und Flöhmärkte

Wer unsere Reiseberichte kennt, weiß wie sehr wir jede Art von Märkten lieben. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Wochen- oder um einen Trödelflohmarkt handelt. Nun ist es bei den Wochenendurlaubern meist so, dass der Sonntag schon wieder Rückreistag ist. Somit blieben auch uns eher die Freitags- und Samstagsfeilbietungen. Aber – auch hier sind wir fündig geworden: Der Freitags-Wochenmarkt am Maybachufer im Stadtteil Neukölln ist riesig. Bunte Gemüsestände wechseln sich mit Imbissständen und alle möglichen Arten von handwerklichen Produkten ab. Nach diesem Besuch ist man satt, zufrieden und hat schwere Füße. Am Samstag wartete der Wochenmarkt am Boxhagener Platz im Stadtteil Friedrichshain mit Köstlichkeiten, frischen Produkten und Allerlei Sehenswerten auf uns. Und wer doch am Sonntag noch in der Stadt ist, der muss zum nowkoelln, einem sehr großen Flohmarkt im gleichnamigen Stadtteil.

Asisi Panorama

Die bisherigen Tipps hatten ja nichts mit den touristischen Programmpunkten Berlins gemein. Und so waren wir uns nicht ganz sicher, ob es dieser Programmpunkt direkt am Checkpoint Charly in die Bestenliste schaffen würde.

Das vom Künstler Yadegar Asisi geschaffene Panorama nimmt jeden Besucher ganz unverblümt mit in die Zeit, in der die Mauer noch stand. Weit oben auf der Besucherbühne sieht man nun auf die beiden Seiten der einst getrennten Stadt. Wer ein Kind der Achtziger ist, macht einen Zeitsprung und sieht die Camelwerbung auf Plakaten, die Wagenburg an der Mauer und die Eckkneipe im Kiez. Und auf der anderen Seite? Da beobachten die Grenzer die Besucher auf der Plattform, man sieht den Todesstreifen und die herausgeputzte Vorzeigestadt Ost-Berlin. Begleitet von Toneffekten, Live-Mitschnitten und der einkehrenden Dämmerung, die das beklemmende Gefühl eines geteilten Deutschlands wieder aufkommen lässt.

Das Panorama ist eine Entdeckungsreise, denn das Bild lebt von so vielen Details, die wir auch unserem zweiten Besuch bestimmt nicht alle entdeckt haben. Dieses großartige Bild vermittelt viel mehr, als die meisten Museen es vermögen – denn man ist mittendrin im Geschehen der 80er Jahre.

Willy-Brandt-Haus

Nun ja, dass man den Reichstag besuchen kann, versteht sich. Aber die SPD-Zentrale? Ist die einfach geöffnet? Vor allem, was will man da? Ja, das Willy-Brandt-Haus in Berlin ist für Besucher geöffnet, es ist die Parteizentrale der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und dient gleichzeitig als politisches Archiv und Museum.

Zum einen können Besucher die Ausstellung „Willy Brandt – Eine politische Biografie“ erkunden. Die Ausstellung bietet Einblicke in das Leben und die politische Karriere von Willy Brandt, einem bedeutenden deutschen Politiker und ehemaligen Bundeskanzler. Sie umfasst historische Dokumente, Fotos, multimediale Präsentationen und persönliche Gegenstände von Willy Brandt.

Darüber hinaus finden Ausstellungen zu aktuellen politischen Themen statt, was unser eigentliches Anliegen war. Die hervorragende World Press Photo Ausstellung, die die besten Pressfotografien des Jahres 2022 zeigt, war just einen Tag vor unserem Besuch gestartet und noch bis zum 11. Juni 2023 dort zu finden. Auch hier ist der Eintritt frei. Und wenn man schon dort ist, lohnt sich auch die Kunstausstellung eine Etage tiefer.

Wo die World Press Photo Wanderausstellung als nächstes zu sehen ist, findet ihr hier:  https://www.worldpressphoto.org/calendar

Museum für Filmgeschichte Kinemathek

Die Kinemathek in Berlin ist eine Institution, die sich der Bewahrung, Erforschung und Präsentation von Film- und Kinokultur widmet. Genauer gesagt handelt es sich um die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, die eine der führenden Institutionen für Filmkunst in Deutschland ist.

Das Museum ist dabei kein Abklatsch der Bavaria Filmstudios oder der Fototechnischen Abteilung des Deutschen Museums in München. Dieses Museum lebt mehr von Fotodokumentationen und Relikten als von Requisiten, es ist ein geschichtlicher Abriss der Filmproduktion in Berlin mit Schwerpunkt der 1920er bis 1940er Jahre und zeigt Sammlungen zu Filmen, Filmdokumenten, Plakaten, Fotos, Drehbüchern und anderen Materialien, die sehr mit der Geschichte des Films und der Filmstadt Berlin verbunden sind.

Einsame Klasse: Das Leben der Marlene Dietrich
Einsame Klasse: Das Leben der Marlene Dietrich*
Baur, Eva Gesine (Autor)
24,95 EUR Amazon Prime

Als Ausdruck des Expressionismus der 1920er Jahre, dem Übergang in die Weimarer Republik und die Propaganda-Maschinerie des Dritten Reichs empfanden wir die Ausstellung eher als düster.

Wer echtes Interesse an Marlene Dietrich, Erich von Stroheim, Ernst Lubitsch, Friedrich Wilhelm Murnau, Leni Riefenstahl und Heinz Rühmann hat, der wird in diesem Museum direkt am Potsdamer Platz auf seine Kosten kommen. Ein Museum für echten „special interest“.

Kulturbrauerei

Die Kulturbrauerei ist Heimat vieler kultureller Angebote. Ganztägige Radtouren starten hier, Feste und Veranstaltungen finden hier statt, sie lädt zum Kinobesuch ein und greift erneut das Thema des alltäglichen Lebens in der DDR auf. Mit dem Museum in der ehemaligen Schulheiß Brauerei ist eine Sammlung mit alltäglichen Gegenständen der damaligen DDR entstanden.

Zu den Themengebieten zählen Wohnen, Schule, Arbeit, Freizeit oder auch der Staatssicherheitsdienst (Stasi).

Der kostenlose Besuch ist eine kurzweilige Auseinandersetzung mit dem Leben in dem System der DDR, ohne zu tiefgründig sein zu wollen. Dennoch lohnt sich der Besuch der mit vielen Exponaten bestückten Ausstellung.

Flakturm Friedrichshain

Und wer abends immer noch nicht genug Kilometer in den Beinen hat, der sollte unbedingt einmal auf den Flakturm am Gesundbrunnen. Ein schöner Ausblick ist einem sicher, den man allerdings mit einigen anderen teilen muss. Viele Berliner haben am Abend eine ähnliche Idee und wandern mit Bier, Prosecco und Grill die 100 Meter nach oben. 

Der Flakturm im Humboldthain wurde während des Zweiten Weltkriegs errichtet und war Teil des Luftverteidigungssystems der deutschen Hauptstadt. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1941 und wurden im Jahr 1942 abgeschlossen. Wer mehr über dieses Bauwerk erfahren, oder sogar einmal hineingehen möchte, sollte sich einmal die Veranstaltungen des Berliner Vereins Unterwelten e.V. anschauen, die dort Führungen anbieten. Und nur ein paar Meter weiter, dort, wo es wie eingangs beschrieben die exzellente Currywurst gibt, startet übrigens die beliebteste Führung (Tour 1). Und beliebt ist das Stichwort, diese geführten Touren sollten deutlich im Voraus gebucht werden.

Das waren unsere alternativen Berlin-Tipps für das perfekte Camperwochenende. Wir hoffen, da war auch etwas für euch dabei.

Uns hat unser verlängertes Wochenende mit allem Drum-und-Dran sehr gut gefallen – ein bisschen Erholung brauchen wir die nächsten Tage jedoch, bevor wir in ein neues Abenteuer starten.

*  Letzte Aktualisierung am 17.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon-Links sind so genannte Affiliate-Links. Klickst du auf diesen Link und kaufst ein, erhalten wir eine Provision. Für dich verändert sich der ausgewiesene Preis nicht.

Werbung

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert