Die, die einen haben, sind verzaubert, nahezu süchtig nach dem Teil: Der Dutch Oven oder auch Feuertopf, Camp Oven oder Chuck Wagon Oven genannt. Wir stellen euch den Ofen heute mal en Detail vor.

Wieso heißt es eigentlich Dutch Oven??

Die Geschichte des Dutch Ovens reicht weit zurück und hat ihre Wurzeln in Europa. Der Name „Dutch Oven“ stammt jedoch nicht aus den Niederlanden, sondern ist eine englische Bezeichnung, die auf die Herkunft der frühen Produzenten des gusseisernen Kochgeschirrs hinweist.

Der Vorläufer des heutigen Dutch Ovens wurde bereits im antiken Rom verwendet. Es handelte sich um einen Topf aus Bronze oder Ton, der über offenem Feuer oder in Öfen verwendet wurde. Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Varianten in verschiedenen Kulturen Europas.

Pixabay, Dank an distelAPPArath

Im 17. Jahrhundert wurden solche Töpfe dann in Europa immer beliebter, insbesondere in den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien häufig hergestellt und exportiert. Diese Töpfe waren robust, langlebig und konnten hohe Temperaturen aushalten. Sie wurden sowohl in Haushalten als auch in professionellen Küchen verwendet.

Während der europäischen Kolonialisierung gelangten sie dann mit den Siedlern nach Nordamerika und wurden dort von den Pionieren und Siedlern als tägliches Kochgeschirr genutzt. Diese erkannten schnell die Vielseitig- und Langlebigkeit der gusseisernen Töpfe und schätzten ihre Fähigkeit, gut über offenem Feuer verwendet zu werden.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Dutch Oven zu einem wesentlichen Bestandteil der amerikanischen Kultur des Kochens im Freien. Vornehmlich während der Besiedlung des Westens spielte dann der Dutch Oven eine wichtige Rolle bei der Zubereitung von Mahlzeiten über offenem Feuer. Er wurde von Cowboys, Goldsuchern und Siedlern gleichermaßen genutzt.

Diese Beliebtheit in den USA führte zur Gründung von Unternehmen, die sich auf die Herstellung dieser gusseisernen Töpfe spezialisierten. Ein bekanntes Unternehmen ist Lodge Manufacturing, das bereits im Jahr 1896 gegründet wurde und immer noch einer der größten Hersteller dieser speziellen Töpfe ist. In Deutschland hat sich die Firma Petromax einen guten Namen mit diesen Töpfen gemacht, in Schweden werden bei Skeppshult qualitativ hochwertige Töpfe aus Gusseisen erstellt.

Was ist das eigentlich für ein Material, dieses Gusseisen?

Gusseisen ist eine Art von Eisenlegierung, die hauptsächlich aus Eisen und einem hohen Anteil an Kohlenstoff besteht – in der Regel zwischen 2 und 4 Prozent. Es entsteht durch Schmelzen von Eisen unter Zugabe von Kohlenstoff und anderen Legierungselementen und wird aufgrund seiner hohen Härte und spröden Eigenschaften für die Produktion bestimmter Gegenstände geschätzt. Die Legierung lässt sich, wie der Name verrät, gießen – schmieden lässt sich das eher spröde Material jedoch nicht.

Bei den hier beschriebenen Töpfen kommt meist Grauguss zum Einsatz, welcher sich durch eine poröse Struktur und einer hervorragenden Wärmeableitung auszeichnet. Im Gegensatz dazu enthält Stahlguss hingegen weniger Kohlenstoff und weist eine feinere Struktur auf, was ihm eine höhere Festigkeit und Zähigkeit verleiht.

Was ist nun ein Dutch Oven?

Ein Dutch Oven ist ein schwerer, gusseiserner Topf mit einem dicht schließenden Deckel. Er ist bekannt für seine vielseitige Verwendbarkeit beim Kochen im Freien und hat einige besondere Eigenschaften.

Ein Merkmal ist, das der Topf auf verschiedenen „Feuern“ betrieben werden kann: Von der Elektroplatte, über Gasherd bis hin zum offenen Feuer und Grillbriketts.

Petromax Feuertopf ft6 (Dutch Oven) (Planer Boden), Schwarz*
  • Feuertopf Dutch Oven
  • Modell wählbar: ft6 & ft6t
  • Hersteller: Petromax
  • Ideal für Camping und Outdoor
  • zum Garen von Fleisch und Gemüse

‎Der hochgezogene Rand ermöglicht durch auflegen von Briketts oder Holzstücken eine Art Oberhitze. Und, damit der Ofen bei Nutzung im Freien mit Holz oder Kohle nicht direkt auf den Kohlen steht, gibt es Modelle mit Standfüßen. Diese verhindern allerdings die Nutzung auf einem Herd.

Die Töpfe sind in der Regel mit einem äußerst stabilen Bügelgriff versehen, der es erlaubt, den Topf mit einem Dreibein direkt über die Flamme zu hängen.

Was sind die Eigenschaften eines guten Dutch Ovens?

  1. Hervorragende Wärmespeicherung: Gusseisen ist ein Material mit ausgezeichneter Wärmespeicherung. Ein Dutch Oven kann daher sehr hohe Temperaturen erreichen und die Wärme gleichmäßig über die gesamte Kochfläche verteilen. Dadurch wird eine gleichmäßige Garung der Speisen ermöglicht.
  2. Vielseitigkeit: Der Dutch Oven kann auf verschiedenen Wärmequellen verwendet werden, wie z.B. auf offenem Feuer, Holzkohle, Gasgrills oder im Backofen. Dadurch ist er ideal zum Kochen im Freien geeignet, sei es beim Camping, Grillen oder Picknicken.
  3. Mehrere Kochmethoden: Mit einem Dutch Oven können verschiedene Kochmethoden angewendet werden, wie z.B. Schmoren, Braten, Backen, Dünsten oder Frittieren. Der Topf eignet sich sowohl für Eintöpfe, Suppen, Chili, Schmorgerichte, Brot und sogar für Desserts wie Kuchen oder Pfannkuchen.
  4. Robustheit und Langlebigkeit: Gusseisen ist ein äußerst robustes Material und ein gut gepflegter Dutch Oven kann viele Jahre halten. Er ist in der Regel sehr stabil und widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen und mechanischer Beanspruchung.
  5. Geschmacksverstärkung: Durch die Verwendung eines Dutch Ovens wird der Geschmack der zubereiteten Speisen intensiviert. Die gleichmäßige Wärmeverteilung und das geschlossene System sorgen dafür, dass die Aromen besser eingeschlossen werden und die Speisen saftig und schmackhaft bleiben.

Und gibt es auch etwas negatives über den Dutch Oven zu berichten?

Für viele Camper, die auf das Fahrzeuggewicht achten müssen, ist das Gewicht des Topfes schlichtweg zu hoch. Und – ein Dutch Oven ist kein antihaftbeschichtetes Abfallprodukt der Raumfahrt und braucht daher ein wenig Pflege.

Wie pflegt man einen Dutch Oven?

Einen Dutch Oven zu pflegen ist relativ einfach. Hier sind einige Schritte, die du befolgen kannst, um deinen gusseisernen Topf in gutem Zustand zu halten:

  1. Einbrennen: Bevor du deinen neuen Dutch Oven zum ersten Mal verwendest, solltest du ihn einbrennen, um eine natürliche Antihaftbeschichtung zu erzeugen. Trage eine dünnere Schicht Pflanzenöl im Inneren des Topfes auf und erhitze ihn bei mittlerer Hitze im Ofen für etwa eine Stunde. Dadurch wird der Dutch Oven versiegelt und die Antihaftung verstärkt.
  2. Reinigung nach dem Gebrauch: Nachdem du den Dutch Oven verwendet hast, lass ihn abkühlen, bevor du ihn reinigst. Verwende warmes Wasser und eine weiche Bürste oder einen Schwamm, um Essensreste zu entfernen. Einige empfehlen die Vermeidung von Seife, da dies die natürliche Patina des Topfes beeinträchtigen kann. Wir können diese Erfahrung in keinster Weise bestätigen. Wenn hartnäckige Rückstände vorhanden sind, kannst du statt Seife auch etwas grobes Salz oder einen Kettenhemdreiniger verwenden, um sie zu entfernen.
  3. Trocknung: Stelle sicher, dass der Dutch Oven gründlich getrocknet ist, um Rostbildung zu vermeiden. Du kannst ihn entweder an der Luft trocknen lassen oder mit einem Handtuch abtrocknen.
  4. Einölen: Um die Antihaftbeschichtung zu erhalten und Rostbildung zu verhindern, ist es wichtig, den Dutch Oven regelmäßig einzuölen. Nachdem der Topf vollständig trocken ist, trage eine dünnere Schicht Pflanzenöl auf die Innen- und Außenseite des Dutch Ovens auf. Verwende ein Papiertuch, um das überschüssige Öl abzuwischen.
  5. Lagerung: Lagere deinen Dutch Oven an einem trockenen Ort, um Feuchtigkeit zu vermeiden. Staple keine anderen schweren Gegenstände auf dem Topf, um Beschädigungen zu verhindern.

Gibt es sinniges Zubehör?

Eigentlich braucht es abgesehen vom Feuer keines weiteren Zubehörs. Aber: wir finden, dass der Ofen schon ganz schön heiß werden kann. Daher nutzen wir gerne robuste, hitzeabweisende Handschuhe. Besonders gut und recht günstig sind zum Beispiel lederne Schweißerhandschuhe.

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Zum Reinigen bietet sich eine Art Kettenhemd an, das mit Nachdruck Angesetztes löst, ohne die wertvolle Patina zu beschädigen, die beim Scheuerschwamm gegebenenfalls entfernt werden würde. Nach Nachbehandlung des Topfes bieten sich alle Fette an, wobei Butter durch den Eiweißanteil zum Ranzig werden und Olivenöl schnell zum Kleben neigt. Aus diesem Grund bieten Hersteller eigene Pflegefette an.

Warum gelingen Gerichte im Dutch Oven so hervorragend?

Es gibt mehrere Gründe, warum Speisen aus einem Dutch Oven besonders gut schmecken können:

  1. Gleichmäßige Hitzeverteilung: Der Dutch Oven aus Gusseisen verteilt die Hitze gleichmäßig über die gesamte Kochfläche und sorgt so für eine gleichmäßige Garung der Speisen. Dadurch können die Aromen sich besser entfalten und die Speisen werden gleichmäßig und schonend gegart.
  2. Aroma und Feuchtigkeitsgehalt: Der Deckel des Dutch Ovens schließt sehr gut ab, was die Aromen der Speisen im Inneren des Topfes einschließt. Dadurch können die Geschmacksstoffe besser zirkulieren und sich vermischen, was zu einem intensiveren Geschmackserlebnis führt.
  3. Langsames Garen: Der Dutch Oven ermöglicht ein langsames und schonendes Garen der Speisen. Durch die gute Wärmespeicherung des Materials bleibt die Temperatur im Inneren des Topfes konstant und die Speisen können langsam schmoren oder braten. Dies führt zu zarten Fleischgerichten, saftigen Eintöpfen und aromatischen Soßen.
  4. Im Gegensatz zur antihaftbeschichteten Töpfen und Pfannen kann in einem gusseisernen Topf sehr heiß angebraten werden. Die Röstaromen sind unersetzlich für eine gelungene Zubereitung.

Nun wird klar, warum diese „olle kamelle“ die Menschen so begeistert. Es sind die tollen Kochergebnisse und auch die Möglichkeit, völlige technikfrei im Freien zu kochen. Es steckt also doch noch etwas archaisches in uns Menschen.

Und was ist nun das perfekte Schmorgericht für den Dutch Oven?

Es ist für uns definitiv eine Art Bolognese, die mannigfaltig variiert werden kann. Fangen wir mit dem Grundrezept an.

Zutaten für 4 Personen

  • 600 g Rinderbraten
  • 600 g Schweinenacken oder -schulter am Stück ohne Knochen
  • Salz
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 2 Möhren
  • 1/2 Stange Knollensellerie
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 200 ml Rotwein
  • 700 ml Rinderbrühe
  • 1 kleine Dose passierte Tomaten (400 g)
  • 2 Lorbeerblätter
  • Pfeffer
  • 1–2 EL getrockneter Oregano
  • 1 Bund Petersilie

Fleisch schön salzen und mit Olivenöl im Dutch Oven anbraten. Je nach Größe des Topfs ggf. in Etappen braten.

Zwiebel grob würfeln,  Möhren schälen, Staudensellerie putzen und schneiden und beides in Scheiben schneiden. Knoblauch grob hacken.

Das angebratene Fleisch aus dem Topf nehmen und das komplette Gemüse darin anrösten. Das Tomatenmark zugeben und kurz mit braten. Nun mit Rotwein ablöschen, etwas reduzieren lassen und mit Brühe und passierten Tomaten auffüllen.

Sobald es köchelt, das Fleisch inklusive des eventuell ausgetretenen Bratensaftes zurück in Dutch Oven geben. Zuletzt die Lorbeerblätter und den Oregano zugeben und das Ganze leicht köcheln lassen.

Je nachdem, wie heiß der Herd, die Kohlen oder das Feuer ist, von Zeit zu Zeit verdampfte Flüssigkeit mit Wasser wieder auffüllen.

Nach etwa 2,5 Stunden ist es dann so weit. Das köstlich zarte Fleisch aus dem Oven nehmen, mit 2 Gabeln oder den Händen in Stücke zupfen und anschließend wieder in die Sauce geben.

Topping:

  • Tortilla-Chips
  • Saure Sahne
  • Frühlingszwiebeln
  • Schafkäse
  • Chili-Schoten

Variationen:

  • Wer noch eine weitere Gemüsenoten einbringen möchte, gibt Paprika und ggf. Chilis dazu.
  • Das ganze funktioniert auch hervorragend mit Lammfleisch.
  • Na ja, und ihr habt es gelesen: der Topf ist und war in den Staaten sehr beliebt, daher passen Kidneybohnen natürlich auch sehr gut zum Gericht.
  • Backpflaumen oder getrocknete Aprikosen verleihen dem Gericht eine angenehme Süße.
  • Wer den BBQ-Geschmack vermisst, der kann mit geräuchertem Paprikapulver Abhilfe schaffen.
  • Und wer noch weiter experimentieren möchte, der ersetzt den Wein zum Beispiel mit Cola oder Bier.

Dazu passen dann Nudeln, Kartoffeln oder Brot (am besten auch aus dem Dutch Oven).

Ihr sucht weitere Rezepte?

Dann ist unser Kochbuch „Tiny Kitchen“ die richtige Wahl. Dort findet ihr das perfekte no-knead-Brotrezept oder das Paprika-Schichtfleisch Rezept von Camper Benjamin.

*  Letzte Aktualisierung am 15.07.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon-Links sind so genannte Affiliate-Links. Klickst du auf diesen Link und kaufst ein, erhalten wir eine Provision. Für dich verändert sich der ausgewiesene Preis nicht.

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Von admin

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