CO tötet! Kohlenmonoxid – eine ernst zunehmende Gefahr im Camper

Das ist eine drastische Überschrift für ein drastisches Thema. Jedes Jahr sterben in Deutschland über 500 Personen an Kohlenstoffmonoxid Intoxikationen. Dieses Thema steht schon lange auf meiner Liste potentieller Themen im Campingbereich, die irgendwie nicht kürzer zu werden scheint.

Gestern haben wir in einem Post darauf aufmerksam gemacht, dass die CO-Warner am Cyber-Aktionstag besonders günstig angeboten werden. Ein Kommentar dazu hat uns dabei sehr stutzig gemacht und verdeutlicht, wie wenig sensibilisiert einige Camper in unseren Augen gegenüber solchen Gefahren sind.

Generell sind wir nicht diejenigen, die hinter jedem Baum eine Gefahr sehen. Aus diesem Grund haben wir auch nicht jeden Unfug versichert und wägen immer genau ab, was für uns echte Gefahren sind und was lediglich Panikmache ist.

Natürlich werden Gefahren ganz bewusst über Medien geschürt. Erinnert ihr euch noch an Nematoden im Fisch? Die gesamte Fischindustrie kam fast zum Erliegen. Der Ekelfaktor machte diese vermeintliche Gefahr zur Weltbedrohung, wobei es Parasiten in freilebenden Fischen schon immer gab.

Statistisch stellen Herz-/Kreislauferkrankungen, mit Abstand gefolgt von Krebs und Erkrankungen des Atmungssystems echte Gefahren dar. Die Konsequenz müsste sein: Viel Bewegung, kaum Alkohol, weniger essen und keine Zigaretten. Ich fasse mir da selbst an die große Nase und stelle fest, wir bewegen uns gegenwärtig viel zu wenig, essen dafür aber gut 😊

Eine echte Gefahr, die nicht wegzudiskutieren ist und die uns im Schlaf völlig schmerzfrei und ohne Quälerei erwischen kann, ist eine zu hohe Kohlenmonoxid-Konzentration in der Atemluft.

Grundlagen

CO (Kurzform) ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Warum ist CO so giftig? Der Mensch sollte mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Dieser wird über die Lungen aufgenommen und über das Blut transportiert. Hämoglobin ist ein Transporter, dass heißt über gebundenes Eisen wird Sauerstoff im Körper befördert. CO besitzt nun aber die Eigenschaft, dass es sich aber wesentlich besser an dieses Eisenion bindet als der Sauerstoff. Dadurch kann dann kein Sauerstoff mehr transportiert werden. Der Mensch ist in Gefahr.

CO ist im Übrigen geruchlos. Der Tot durch „stilles Ersticken“ kann sehr schnell eintreten. Doch auch wenn es nicht so fürchterlich endet, treten schon bei niedrigeren Konzentrationen subakute Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Verwirrtheit auf.

Klingt übrigens sehr nach den Symptomen, die vermeintliche Narkosegasopfer beschreiben. Narkosegas ist eine der Ängste, die wir statistisch und logisch betrachtet nicht an uns rankommen lassen und deshalb keinen Narkosegaswarner im WoMo haben. Auch einen Propan- oder Butan-Gaswarner haben wir nicht. Hier verlassen wir uns ebenso auf die statistische Werte, die fachmännische Gasprüfung sowie dem zugesetzten Geruchsstoff im Gas.

Gefahren im Camper

Wo könnte das Kohlenmonoxid im Camper herkommen? Prinzipiell entsteht es durch eine nicht-vollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen, wie Propangas. Potentielle Gerätschaften sind Heizung, Kühlschrank oder Kochstelle.

  • Kochstelle: An der Kochstelle sollte immer genügend Luft von außen zugeführt werden. Die CO-Entwicklung in so einen beengten Raum wie dem Camper ist übrigens dafür verantwortlich, dass für die Kochstellen im WoWa/WoMo-Bereich bauartbedingt zunehmend weniger Leistung vorgesehen ist.
  • Kühlschrank (Absorber, gasbetrieben): Kühlschränke müssen zum Innenraum hermetisch abgegrenzt sein. Ansonsten können während der Fahrt durch einen unvermeintlichen Unterdruck Verbrennungsgase ins Fahrzeug gelangen.
  • Heizung: In der Regel ist die Frischluftzufuhr und die Abgasableitung in ein und demselben Alurohr realisiert. Eine sehr sichere Sache, vorausgesetzt das Abgasrohr sitzt nicht unmittelbar unter dem Fenster wodurch Verbrennungsgase zurück in den Wohnraum gelangen können. Worst Case wäre, dass sich das mit einer Rohrschelle befestigte Rohr durch Vibrationen von der Heizung löst. Dann würde CO-Gas ins Fahrzeuginnere gelangen. Eine technische Installation, die übrigens nicht bei einer Gasprüfung kontrolliert wird.

Anbringungsort

Da CO schwerer ist als Luft, sollte der Installationsort nicht wie beim Brandmelder an der Decke, sondern optimalerweise in ca. 1,50 über dem Boden, in der Nähe der Heizung sein. Das ist ein Mittelwert aus sitzender und stehender Position. Bei uns im WoMo wird der Melder auf der Höhe angebracht, auf der man Schläft. Der Unterschied zum Brandmelder ist, dass diese den Rauch in der Luft messen und vor einen Brand warnen. Da der Brandmelder an der Decke und der CO-Melder wie erwähnt 1,50 oberhalb des Bodens sitzen sollte, ist ein Kombimelder eigentlich völlig unsinnig. Besser wären da zwei getrennte Geräte.

Zu beachten sind ebenso die genauen Bestimmungen, die dem Melder vom Hersteller beiliegen.

Resumee

Zurück zur Kosten-Nutzen-Abwägung. Eine Gefahr für 20 Euro abzusichern, die im Gegensatz zu einem normalen Haushalt von drei neuralgischen Punkten ausgehen und durch den engen Raum schnell die CO-Konzentration steigen kann, halte ich persönlich für eine sehr gute Investition.

 

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