Campingbacköfen – Omnia® und Co.

Wir haben ihn schon lange, den Omnia® Ofen. So ganz können wir das Kaufdatum nicht mehr nachvollziehen, aber es war definitiv vor 2015. Und, um das schon Mal vorweg zu nehmen: wir wollen den Omnia bzw. einen Backofen, der auf den Gasherd passt keinesfalls mehr missen.

Und weil wir ihn so mögen, hat der Omnia in unserem Kochbuch für Camper sogar eine eigene Beschreibung inkl. mehrerer Rezepte bekommen.

Der „Freizeitbackofen“, wie er von der Firma selbst tituliert wird, wird von uns gerne für Aufläufe oder zum Aufbacken von Brötchen benutzt – und auch Zimtschnecken, Kuchen oder Brot haben wir schon dutzende Male darin gebacken.

Der Omnia – ein Phänomen

Der Omnia Backofen hat einen Hype in der Camping-Szene ausgelöst. Leute posten freudestrahlend ihren neuen Ofen und in unzählige Foren und Gruppen tauschen Campingbegeisterte ihre Rezepte aus. Das nimmt manchmal schon skurile Züge an. Ähnlich „jüngerhaft“, wie viele Besitzer eines Thermomix, wird alles in die Backform geworfen, was sich finden lässt – ob es Sinn gibt oder nicht. 

Dabei ist die Idee des schwedischen Backofens ja nicht neu. Unter dem Namen „Frauenstolz“ gab es solche Backformen mit Deckel, die direkt über die Hitze des Herdes befeuert wurden, auch schon in den Fünfzigern in Deutschland.

Jedes Land scheint „seinen“ Ofen zu haben

Und schaut man einmal intensiv nach, hat eigentlich jedes Land seinen Backofen für den Herd (alle Links sind provisionsbasierte Amazon-Links):

Omnia vs. Pardini Versilia

Um es noch Mal zu betonen, der Omnia ist klasse. Was uns aber gestört hat: er ist uns für 4 Personen zu klein – aber auch nicht für diese Personenanzahl ausgelegt. Also nach kurzer Recherche das italienische Pendant, den Pardini® Versilia bestellt und getestet.

Zunächst waren wir ein klein wenig enttäuscht, denn der Deckel passte nicht optimal auf die Backform. Beim Omnia geht der Deckel von außen über die Ringform, beim Pardini steckt der Deckel quasi in der Form.

Hmmm, was tun? Zurück schicken? Och nö. Also behutsam ein wenig die Form gebogen, was bei Alu ja ohne weiteres möglich ist. Passt. Dabei fällt auf, dass die Form trotz annähern gleichem Durchmesser deutlich höher gezogen ist. Super. Endlich mehr Platz zum Backen.

Obwohl beide Öfen in Punkto Komfort auf ganzer Linie punkten, sehen wir den Italiener leicht vorne. Woran das liegt? Sowohl der Deckel als auch die Form haben zwei Griffe an den Seiten. Das Problem der heißen Form ist deutlich minimiert (Übrigens für den Omnia gibt es eigens einen Kunststoff-Haltegriff – ext. Amazon-Link, provisionsbasiert) zum Umsetzen der Form.

Wie beim Omnia gibt es beim Pardini eine Platte aus Metall, die die Hitze gleichmäßig verteilt. Da diese nicht aus Alu ist, kann auch dieser Ofen auf Elektro-, Ceran und und teilweise auf Induktionplatten genutzt werden.

Gewichtsmäßig tun sich die beiden Öfen nichts, was ja für Camper meist ziemlich relevant ist. Preislich gibt es hingegen zwischen dem gehypten Omnia und den südeuropäischen Varianten deutliche Unterschiede: der Schwede schlägt etwa mit dem doppelten Preis wie beispielsweise der Italiener zu Buche.

Hier mal die Hard-Facts:

Omnia: 

  • Durchmesser 250 mm
  • Nutz-Höhe 60 mm
  • Nutzvolumen der Form 1,5 l
  • Gewicht ca. 350 g
  • Preis: 40 – 50 Euro

Pardini: 

  • Durchmesser 250 mm
  • Nutz-Höhe 90 mm
  • Nutzvolumen der Form 2,0 l
  • Gewicht ca. 540 g
  • Preis: 22 Euro 

Praxistest

Kommen wir nun zum Praxistest. Die Bedienung der beiden Öfen ist absolut identisch. Sie werden direkt auf die Herdplatte (am besten Gasherd) gestellt und „befeuert“.

Wichtig ist, dass alle drei Teile, also Metallplatte ganz unten, darauf die Ringform und abschließend der Deckel zusammen genutzt werden. Nur so verteilt sich die Wärme entsprechend und eine Zirkulation sorgt für ein gutes Backergebnis. Beide haben im Deckel Luftlöcher, damit der Deckel beim Backen durch Überdruck nicht klappert.

Was beim Pardini super ist, sind die größer dimensionierten Löcher im Deckel. Durch diese passt locker ein Schaschlikspieß, mit dem man überprüfen kann, ob der Kuchen bereits durch gebacken ist. Der Deckel muss dazu nicht abgenommen werden, wodurch die Hitze nicht verloren geht. Auch ein digitales Thermometer passt zum Messen gut durch die Öffnung.

Zum Testen haben wir ein Rezept aus unserem Kochbuch genutzt. Es gibt einen saftigen Rührkuchen, verfeinert mit Rhabarber. Als Menge haben wir die Menge genommen, die für einen Kuchen in einer Kastenform in jedem Kochbuch steht, die aber normalerweise zu viel für einen Schwedenofen ist.

Beide Modelle passen sehr gut auf einen Camping-Herd, dessen Platz ja in der Regel kleiner ist, als zu Hause. Die Größe des Pardini hat uns überzeugt. Kleine Mengen können ebenso zubereitet werden, wie ein 4-Personengericht oder ein klassischer Kuchen.

In diesem Zusammenhang sei auch einmal der Ibili Ofen aus der Schweiz erwähnt. Diesen haben wir im Frühjahr erstmals in einem französischen Küchenladen gesehen. Das Besondere ist, dass es den Ofen in vielen verschiedenen Größen (26, 28, 30 und 32 cm Durchmesser) gibt.

Das Backergebnis unseres Tests muss man nicht lange diskutieren. Die kleinen Umlaufbacköfen für die Herdplatte haben sich über Generationen bewährt und somit hat auch dieser Kuchen perfekt funktioniert – und köstlich geschmeckt!

Alu als Gesundheitsgefahr

An dieser Stelle wird mit Sicherheit der eine oder andere Leser anmerken wollen, dass es für den italienischen Ofen keine Silikonform gibt. Doch – gibt es: man müsste nur mal eben die Richtige herausfinden. An dieser Stelle können wir keine weitere Hilfestellung geben, da wir auch schon beim Backen im Omnia auf solche Silikonteile verzichtet haben. 

Warum nutzt man überhaupt solche Silikon Formen? Eigentlich gibt es nur zwei Gründe:

  • a) das Backgut geht leicht aus der Form und die Reinigung ist ebenfalls leichter
  • b) der Kontakt von Lebensmitteln mit Aluminium ist ausgeschlossen

Zu a) gibt es kaum ein Argument dagegen. Silikonfomen sind gut, obwohl wir ohne auch immer alles gut aus der Form bekommen haben.

Zu b) gibt es zahlreiche Studien die ganz eindeutigen belegen, dass Alu ungesund ist und keinen Einfluss auf die Gesundheit hat. Heee? Ja, richtig gelesen. Es gibt Vermutungen, aber keine Beweise und genügend neuerliche Studien, die absolut keinen Zusammenhang zwischen Aluminium und einem Gesundheitsrisiko sehen. Mehr Infos (externer Link) hier.

Vorsicht kann natürlich nicht schaden, aber trotzdem sollte erwähnt werden, dass der Mensch am meisten Aluminium über Schokolade aufnimmt. Und das hat nichts mit dem Alupapier zu tun, sondern mit den Kakaobohnen. 

Fazit

Wir mögen beide Geräte. Der Omnia macht einen leicht stabileren Eindruck. Das liegt wohl daran, dass er kleiner und kompakter ist. Beim Pardini hat man den Eindruck, dass es sich um ein italienisches Haushaltsprodukt handelt und nicht um ein speziell für Camper konstruiertes Gadget. Der historisch anmutende Italiener scheint irgendwie alle Änderungen der letzten Zeit einfach überdauert und sich keiner Mode unterworfen zu haben.

Der Pardini zieht nun dauerhaft in die Einraumwohnung ein. Die Größe und die praktischen Griffe des Backofens haben uns überzeugt. Bleibt nur noch, einen schönen Namen für die Form zu finden. Vielleicht so: „Schatz, kochst du heute was im Italiener?“ 🙂

*  Letzte Aktualisierung am 21.08.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon-Links sind so genannte Affiliate-Links. Klickst du auf diesen Link und kaufst ein, erhalten wir eine Provision. Für dich verändert sich der ausgewiesene Preis nicht.

Ein Gedanke zu „Campingbacköfen – Omnia® und Co.

  • 27. Mai 2019 um 14:01
    Permalink

    Moin,
    gut zu wissen. Wir hatten im alten Wohnmobil einen normalen Backofen. Im neuen leider nicht, aber einen Omnia noch zuhause (nie großartig genutzt bisher). Wir befürchten aber, dass er für uns 5 zu klein wird. Ich denke, wir werden uns den Italiener auch mal anschauen. Danke für den Input.

    Grüße aus Hessen
    Christa

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