IAA Nutzfahrzeugmesse 2018

Schon wieder eine Messe? Ja, wir waren auf der IAA Nutzfahrzeuge Messe.Wenn man schon MAN fährt, dann geht man selbstverständlich auch auf die IAA, zumal sie ja wirklich in der Nähe ist. Das Hannoversche Messegelänge ist mit dem LKW für uns in etwas über 2 Stunden erreichbar und somit ein nettes Ausflugsziel. Es ist in etwa so weit entfernt wie Hamburg, wohin wir dann im Januar zur oohh – Die FreizeitWelten der Hamburg Messe fahren werden.

Nun aber zur IAA. Als wir vor 2 Jahren den Preis bei MAN gewonnen hatten, war es sozusagen unser Debüt. Wir waren damals überwältigt von den tollen Maschinen, den Ausstellern und dem Rahmenprogramm.

In diesem Jahr sind wir dann mit unserem eigenen Bett dort gewesen. Gegen Spätnachmittag kamen wir auf dem Stellplatz direkt neben dem Eingang West 1 an. Er bietet neben der absoluten Nähe zum Messegelände (Eingang West 1) Duschen, Toiletten, Ver- und Entsorgung sowie morgens eine Brötchenservice. Die Übernachtung liegt bei 35 Euro, was nicht gerade ein Schnapper ist.

Nach Ankunft kurz noch die Einraumwohnung nivelliert, Kerzen, Radio und Schale auf den Tisch gestellt, die Sat-Schüssel für die Kinder ausgerichtet und sofort zu zweit auf die Messe, um einen ersten Eindruck zu erhaschen. Nach einem Welcome-Drink in der MAN Trucker’s World Bar haben wir den Abend dann gemeinsam vor der Einraumwohnung ausklingen lassen.

Dabei haben wir festgestellt, wer unsere Nachbarn waren. In unserer Reihe hatten ein Drittel der Fahrzeuge ein Oldenburger Kennzeichen, ein weiters Drittel ein M-AN Nummernschild und unser direkter Nachbar war die Firma A. Linnepe GmbH, die wir schon von der Technik Caravane Rallye gut kannten. Wir waren also in bester Gesellschaft.

Am Tag 2 waren wir dann mit voller Mannschaft in den Hallen unterwegs. In diesem Jahr war das mit dem Außenprogramm ein wenig schwieriger. Es war kalt bis hin zu extrem regnerisch, was uns direkt in Hallen blieben ließ. Und hier tanzte Mal wieder der Bär.

Hätte man mich vor der Messe gefragt, ob es wohl tolle Neuheiten gäbe, hätte ich das mit Sicherheit verneint. Mit dieser Annahme lag ich jedoch richtig daneben. Unglaublich, was sich im Bereich der Nutzfahrzeuge in punkto alternative Antriebskonzepte getan hat.

Beim MAN Truck & Bus Stand haben wir uns einen eTGM mit reinem Elektroantrieb angesehen. Keinen Prototypen, sondern ein serienreifes Fahrzeug, das tatsächlich schon auf unseren Straßen fährt. Im Vergleich zu unserem TGL sitzt der E-Motor mit Antriebsstrang relativ weit hinten zu Antriebsachse. Dort, wo bei uns der Motor sitzt, trägt der LKW seine Batterien. Den Elektromotoren wird ja ein hohes Drehmoment nachgesagt, wodurch auch bei diesem LKW eine brachiale Beschleunigung (jedenfalls für einen LKW) den Boliden nach vorne treiben soll – und das übrigens ohne Getriebe.

Ein paar Meter weiter war dann die nahe Zukunft von MAN zu sehen. Ein völlig neuartiges Fahrzeugkonzept mit Brennstoffzelle als Energielieferant für die Batterien. Was kann nun bei einem LKW gänzlich anders sein als zuvor? Dazu muss man die Bilder sehen (Galerie). Spacig neu ohne abgedreht zu wirken, ein mega-tiefer Einstieg für den Fahrer, eine enorme Stehhöhe zum Ein- und Aussteigen im Güternahverkehr sowie ganz neue Hilfsmittel. Statt Rückspiegel kommen nun Kameras mit Monitoren zum Einsatz, Birdview zeigt den LKW quasi aus der Luft und vieles mehr. Clever fand ich auch die Lösung, dass dem Fahrer im Innenstadtbereich eine motorgetriebene Schiebetür auf der rechten Seite zur Verfügung steht. Diese in Verbindung mit dem ebenen Einstieg und Stehhöhe im Fahrzeug lassen den Fahrer in Zukunft sicher und bequem auf der dem Verkehr abgewandten Seite aussteigen.

Apropos Birdview. So ein Nachrüstsystem haben wir uns bei LUIS Technology angesehen. Das ist schon eine echt coole Geschichte. In Verbindung mit Radar warnt das System vor sich seitlich bewegenden Objekten wie Radfahrern und Fußgängern. Schreckliche Unfälle, die durch den großen toten Winkel entstehen, sollen damit minimiert werden.

Bei Campern sehr beliebt, hat auch Volkswagen mit dem Crafter ein E-Mobil auf den Markt gebracht. Der mit einer realistischen Reichweite von 120 KM ausgelegte, rein mit Batterien arbeitende VW könnte für Handwerker oder Lieferdienste eine gute Entscheidung sein, die ausschließlich innerhalb von Städten operieren.

Und dann war die Zeit des Wiedersehens und Kennenlernens. Wir hatten viel Spaß mit den Leuten von Lamberet, der französischen Firma, die unseren Koffer gebaut hatten. In der Truckers Bar haben wir Daniela wiedergesehen, die wir vor zwei Jahren auf der IAA kennengelernt haben. Sie betreut das Portal Portatio, das wirklich sehenswert ist und einen Besuch verdient. Dann haben wir noch Mirko von Kurierbedarf.com kennengelernt, den wir schon seit der Planung unserer Garage in der Einraumwohnung per Mail kennen.

Ach ja, und dann waren wir noch im LKW Simulator. Wiebke mit einem Hängerzug und ich mit dem Sattelauflieger. Kennt ihr die VR-Sickness, also die Seekrankheit bedingt durch eine virtuelle Umgebung? Eine Stunde war uns nicht nach essen und trinken. Und falls doch noch ein wenig Appetit vorhanden war, war auch der nach dem Überschlagsimulator weg 🙂
Haben wir auch noch was für die Einraumwohnung entdeckt? In der Tat. Wir wollten schon lange Mal nach einer neuen Treppe als Zugang zum Wohnraum schauen. Unsere ist brutal schwer. Wer die konzipiert hat, wollte sich die Chance nicht entgehen lassen, auch einen Zirkuselefanten in den Innenraum zu schieben. Wir haben interessantes gesehen und schauen jetzt, wie es in dieser Angelegenheit weitergehen wird.

Den zweiten Abend haben wir dann wunderbar im Camperstyle unter der Markise mit unserem Nachbarn bei Wein und Klönschnack verbracht.

So, und den Rest unserer Reise in die Welt des Alten und Neuen seht ihr auf den Bildern, die zum Großteil kommentiert sind.

Ich hoffe, unser Streifzug hat euch gefallen,
viele Grüße von

Knut (und Wiebke, die gerade fährt)

 

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