Einbau oder Austausch einer Dachhaube

Dachhaube im Wohnmobil austauschen oder nachrüsten – Schritt für Schritt

Ventilierte Dachhauben sind eine der praktischsten Nachrüstungen im Wohnmobil. Besonders für alle, die keine Klimaanlage benötigen, aber im Sommer dennoch schnell warme Luft aus dem Fahrzeug bekommen möchten.

Das Prinzip ist simpel: Wird es abends draußen etwas kühler, öffnet man ein Fenster – idealerweise am Heck – und schaltet die Dachhaube am anderen Ende des Fahrzeugs ein. Innerhalb weniger Minuten zieht die Haube die warme Luft vollständig aus dem Innenraum und ersetzt sie durch frische, kühle Abendluft.

Auch im Küchenbereich sind solche Hauben sehr hilfreich. Dort funktionieren sie beinahe wie eine Dunstabzugshaube und sorgen dafür, dass Kochgerüche und Feuchtigkeit schnell nach außen abgeführt werden.

Die meisten Dachhauben dieser Art haben das Standardmaß 40 × 40 cm, benötigen lediglich einen 12-Volt-Anschluss und natürlich eine fachgerechte Installation.

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Alte Dachhaube entfernen

Unsere Dachhaube Dometic Fan Tastic Vent ist schon viele Jahre im Einsatz. Durch Abnutzung – möglicherweise auch durch Kontakt mit einem Ast – war ein Austausch notwendig.

Der erste Schritt ist daher immer: Schrauben lösen, die Dichtmasse trennen und anschließend die Dachfläche vollständig reinigen.

Mit einem Elektrospatel kommt man sehr gut unter die Haube und kann die alte Dichtmasse zunächst auftrennen und später Stück für Stück entfernen. Das ist eine mühsame Arbeit – da muss man ehrlich sein – aber mit etwas Geduld durchaus gut selbst zu erledigen.

Wer erstmals eine Dachhaube installiert, steht zusätzlich vor dem emotional schwierigeren Schritt: dem Aussägen des Lochs im Dach. Dieser Schritt muss wirklich sehr genau und sehr behutsam ausgeführt werden. Damit es beim Sägen mit der Stichsäge keine Kratzer im GFK-Dach gibt, empfiehlt es sich, vorher Abdeckband auf die Dachfläche zu kleben, auf dem dann die Grundplatte der Stichsäge gleiten kann. Wer Bedenken hat, saubere Rundungen in den Ecken hinzubekommen, kann alternativ zunächst mit einem entsprechend großen Bohrer vier Löcher in die Ecken setzen. Das erleichtert das anschließende Sägen erheblich und sorgt für saubere Übergänge. Wichtig ist außerdem, bereits beim Anzeichnen der Öffnung daran zu denken, ob später ein zusätzlicher Montagerahmen verwendet werden soll. In diesem Fall muss ausreichend Abstand zum Rand des Wohnmobildachs eingeplant werden, da sonst nicht genügend Platz für den Rahmen bleibt.

Installationsrahmen für mehr Stabilität

Damit die neue Haube einen guten Halt hat und die Schrauben sauber greifen, haben wir einen Installationsrahmen von Dometic verbaut.

Der Rahmen besteht aus Alubond: einer dünnen Aluminium-Schicht, einem Kunststoffkern und erneut einer Aluminium-Schicht. Dieses Material ist sehr leicht und gleichzeitig äußerst stabil – ideal für solche Anwendungen.

Vorbereitung des Untergrunds

Der Untergrund muss absolut sauber und fettfrei sein. Wir haben dafür Dekalin Dekaclean Ultra verwendet. Wichtig ist dabei, immer nur in eine Richtung zu wischen und nicht hin und her. Andernfalls verteilt man Fett oder Schmutz nur, statt ihn zu entfernen.

Nach einer kurzen Ablüftphase kann der Kleber aufgebracht werden. Geeignet sind beispielsweise Dekalin MS-2 oder MS-5. Der Installationsrahmen wird anschließend aufgelegt und verklebt.

Dabei sollte man nicht zu viel Druck ausüben. Kleben funktioniert nur dort, wo auch Kleber vorhanden ist. Wird zu stark gedrückt, quetscht man den Kleber heraus und schwächt die Verbindung.

Nach dem Verkleben empfiehlt es sich, außen zusätzlich eine Versiegelungsnaht zu setzen. So kann kein Wasser unter den Rahmen laufen und später zu beschädigten Stellen führen.

Einbau der neuen Dachhaube

Nun folgt der eigentliche Einbau. Auch hier gilt: gründlich reinigen.

Ein praktischer Trick ist es, die Dachhaube zunächst umgedreht auf den ausgesägten Bereich zu legen. Dadurch hat sie – trotz runder Kuppel – Halt und kann nicht verrutschen. Dazu empfehle ich, die Haube zunächst richtig herum aufzulegen (von innen prüfen), damit das Scharnier korrekt ausgerichtet ist. Anschließend legt man sie mit einer Kippbewegung zur Seite weg, trägt die Dichtmasse auf und kippt sie anschließend auf demselben Weg wieder zurück. So verhindert man, dass man die Haube versehentlich falsch herum einsetzt, was später viel zusätzliche Arbeit verursachen würde. Klingt banal, passiert Selbstausbauern aber schon Mal.

Eine Wulst in der Stärke von etwa dem kleinen Finger ist ein gutes Maß.

Verschrauben der Dachhaube

Ist die Haube positioniert, wird sie leicht angedrückt. Danach wird mit einem sehr feinen Bohrer das GFK oder Aluminium vorgebohrt und die Haube mit Edelstahlschrauben verschraubt. Bitte dazu niemals einen Akkubohrer nehmen, da eine Schraube in nullkommanichts überdreht ist und das „Gewinde“ somit unbrauchbar wird.

Viele mögen das Verschrauben im Dach nicht besonders – verständlich. Leider lassen sich viele Dachluken nicht von innen gegen einen Rahmen kontern und müssen daher verschraubt werden.

Vor dem Einsetzen der Schrauben habe ich nach dem Bohren einen kleinen Tupfer Dichtmasse in jedes Loch gegeben, damit wirklich alles dicht bleibt. Anschließend wurden die Schraubenköpfe noch einmal mit Dekalin MS-2 versiegelt, um sie dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen.

Ein Tipp noch von Vascos Campervan Service: Zunächst schrittweise die vier äußeren Schrauben bohren und festschrauben, erst danach die innen liegenden Schrauben verwenden. Das verhindert, dass sich der Rahmen beim Fixieren verzieht und verrutscht und zuvor gebohrte Schraubenlöcher nicht mehr passen.

Elektrischer Anschluss

Zum Schluss folgt der Anschluss an das 12-Volt-System. In der Regel ist das unkompliziert, sofern sich bereits eine Stromleitung in der Nähe befindet. Im Zweifelsfall den Fachmann zurate ziehen.

Zum Verbinden der Kabel mit der Bordelektrik bieten sich übrigens die Wago Durchgangsverbinder perfekt an. Sofern man sie etwas versetzt nutzt, passen sie sogar in einen kleinen Kabelkanal.

Ist alles erledigt, hat man eine hervorragend funktionierende Dachhaube, die sich idealerweise mit dem Scharnier entgegen der Fahrtrichtung öffnet, sodass der Fahrtwind (im Falle, dass man sie vergessen hat einzufahren), während der Fahrt nicht unter die Haube greifen kann.

Mit etwas Geduld, sauberer Vorbereitung und guten Materialien lässt sich der Austausch einer Dachhaube problemlos selbst erledigen – und man gewinnt ein Stück Komfort im Wohnmobil zurück.

*  Letzte Aktualisierung am 14.04.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Amazon-Links sind so genannte Affiliate-Links. Klickst du auf diesen Link und kaufst ein, erhalten wir eine Provision. Für dich verändert sich der ausgewiesene Preis nicht.

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Von admin

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