Elektroinstallation

Hier möchten wir euch gerne einmal unsere Elektroarbeiten vorstellen. Es ist uns wichtig, dass dies KEINE Einbauanleitung darstellen soll: Sowohl 12, 24 als auch 230 V stellen bei unsachgemäßen Einbau eine echte Gefahrenquelle dar. Abgesehen von körperlichen Schäden ist ein Fehler in der Elektro-Installation im Wohnmobil oder Wohnwagen eine ernst zunehmende Brandquelle. Daher ist hier IMMER zusätzlich der Fachmann gefragt!

Alle Angaben sind von einem Laien geschrieben. Irrtümer vorbehalten. Eine Haftung wird vom Autor ausgeschlossen.

  • Geregelt wird der Einbau in WoWa und WoMo durch die VDE 0100-721, VDE 0100-708 und VDE 0100-754
  • 12V und 230 V Leitungen dürfen generell nicht im selben Kabelkanal oder Schutzrohr verlegt werden. Scheuerstellen sind stets zu vermeiden.
  • Im Fahrzeugbereich sind ausschließlich Flexleitungen (bestehend aus mehreren Aderlitzen) zu verwenden. Starre Mantelleitungen (ein fester Kern) sind im Fahrzeugbau nicht gestattet.
  • Ein geeigneter Aderquerschnitt ist zu wählen. Häufig reichen 1,5 mm². Bei höherer Belastung werden 2,5 mm² empfohlen. Aderstärken von 4 über 16 bis hin zu 35 mm² sind keine Seltenheit. Je höher der Querschnitt, desto geringer der Leistungsverlust.
  • Ein geeignetes Tool zur Berechnung des Leitungsquerschnitts gibt es hier … bei Fraron.
  • An abisolierten Enden von Schraubverbindungen haben wir stets Aderendhülsen gesteckt und gequetscht. Ein hervorragendes Werkzeug dazu bietet Knipex an. Eine tolle Zange, die sich nach kürzester Zeit bezahlt macht.
  • Lüsterklemmen und Lötverbindungen haben im Fahrzeugbau generell nichts verloren (Grund: Vibrationen).
  • Kabel, die im Außenbereich verlegt werden, sollten mit Schutzschlauch geschützt und mit ausreichend Kabelbindern am Fahrzeug befestigt werden.
  • Sind Kabel zu lang, ist das maßgenaue Kürzen zu überdenken. Eingewickelte Schlaufen schaffen die Möglichkeit, Kabel im Bedarfsfall neu zu installieren.
  • Die Beschriftung von Kabeln zahlt sich im Nachhinein auf jeden Fall aus.
  • Wichtiger Hinweis: Selbst die Hersteller haben kein einheitliches Farbschema bei der Verkabelung. In den meisten Fällen ist schwarz Minus (Masse). Plus kann von rot über grau bis hin zu blau alles sein. Also lieber 2 Mal gucken!

Infos zu 230 Volt

  • Die Zuleitung zum WoWa oder WoMo muss eine 2,5 mm² flexible Gummischlauchleitung gem. VDE-Norm sein (H07RN-F 3G 2,5, maximale Länge 25 m) sein. Die Verbindung wird zum Camper mit einem CEE-Gerätestecker nach DIN 49 462 T2 (Cekon-Stecker) hergestellt.
  • Innerhalb des Campers kann mit 1,5 mm² Flexleitungen (HO7V-K1,5 oder H07RN-F 3G 1,5) gearbeitet werden.
  • Schalt- und Sicherungsautomaten müssen stets doppelt gesichert sein. Damit unterscheiden sie sich maßgeblich von der Ware für die Haustechnik, die der Baumarkt vorhält. Die Leitungen müssen doppelt gesichert sein, da nicht verlässlich feststeht, welche Phase auf dem Campingplatz auf welche Leitung gelegt wurde.
  • Wir haben verwendet: Leitungsschutzschalter MCB, 16A 2-polig; Leitungsschutzschalter MCB, 10A 2-polig; Fehlerstromschutzschalter RCD, 25A, 2-polig.
  • Metallteile (wie eine Duschwanne) sollten am Hauptrahmen des Fahrzeug geerdet sein, ebenso wie der Sicherungskasten. Ansonsten funktioniert der FI-Schalter nicht zuverlässig.
  • Zum Verbinden von Leitungen mit Aufnahmen immer mit Aderendhülsen arbeiten.

Infos zu 12 Volt: DIN-Normen bzw. VDE-Bestimmungen VDE 0100-721, VDE 0100-708 und VDE 0100-754.

  • Bei Kabeln, die mit dem Elektroblock verbunden wurden, wurden Flachsteckhülsen aufgecrimpt. In der Regel sind die für 1,5 mm² rot gekennzeichnet, die für 2,5 mm² blau. Zum Crimpen ist eine spezielle Zange notwendig (z. B.: Knipex) . Achtung: Eine Kontrolle, ob er Stecker sitzt, kann gar nicht sorgsam genug sein.
  • Das Sammeln von Leitungen zu den Batteriepolen ist ein kritischer Punkt, zumal jede Leitung, die direkt zur Batterie führt, entsprechend abgesichert sein muss. Eine saubere Lösung sind die Plus- und Minus Distributoren von Votronik, die von einer entsprechenden starken Leitung zur Batterie „gefüttert“ werden und dann die Endgeräte (bei Plus über Flach- und Streifensicherungen abgesichert) verteilen.
  • Achtung: Jedes Kabel zum Pluspol der Batterie muss einzel abgesichert werden.
  • Strom von Solarpaneelen kann über den Elektroblock (spezieller 3-poliger MATE-N-LOK – MNL Stecker notwendig) oder direkt auf die Batterie gespeist werden. In beiden Fällen ist natürlich ein Solarregler notwendig.
  • Bei Arbeiten rund um die 12 oder 24 V Batterien sollten diese immer abgeklemmt werden. Die Reihenfolge ist wichtig, damit es nicht versehentlich zu einem Fehlstrom kommt.
    Abklemmen: 1. schwarz (Minus); 2. rot (Plus)
    Anklemmen: 1. rot (Plus); 2. schwarz (Minus).
    Oder einfacher ausgedrückt, der Stromkreis wird immer über schwarz (Minus) getrennt oder zugeschaltet.

12V/24V Kabel verbinden

Sofern Kabel miteinander verbunden werden, sind Quetschverbinder, die wie Flachstecker ebenfalls gecrimpt werden eine gute Möglichkeit. Häufig haben wir statt einem Quetschverbinder Flachstecker mit einer vollisolierten Flachsteckerhülse verbunden. Diese können im Bedarfsfalls wieder getrennt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Seite von der Batterie mit der vollisolierten Hülse versehen wird. Im Fall, dass sich die Verbindung löst, kann dann selbst bei einem Massekontakt kein Strom fließen.

Das Verbinden mehrerer Leitungen klappt auch bei Flexleitungen mit WAGO-Klemmen hervorragend.

Warum ein Elektroblock?

Wir haben uns für einen Elektroblock (EBL) der Firma Schaudt entschieden. Ein Grund war die Bequemlichkeit 🙂 Alle Komponenten werden dort sauber mit 12 V versorgt. Des Weiteren wird die komplette Aufbauelektronik bei 230 V mit 12 V versorgt, dazu die Aufbau und Starterbatterie geladen. Die Solarenergerie (ab Solarregler) kann ebenfalls in den EBL geführt werden.  Das Gerät schaltet bei D+ (also laufender Lichtmaschine) die Außenlampen aus und versorgt Geräte, wie den AES Kühlschrank mit dem D+ Signal. Selbst bei ausgeschalteten EBL können weiterhin bestimmte Geräte mit 12 V versorgt werden. Das Wichtigste ist aber die dezidierte Absicherung der angeschlossenen Verbraucher mit Flachsicherungen.

Infos zu Batterien

Warum soll man alles selbst schreiben, wenn es doch gute Beschreibungen gibt 🙂

Die richtige Bordbatterie für dein Wohnmobil

Infos zu Solar

Dieses Buch ist von Herrn Büttner der Firma Büttner Elektronik GmbH (https://www.buettner-elektronik.de) geschrieben worden und hat von Anfang an begeistert. Es ist fundiert und so geschrieben, dass man kein Elektrotechnik studiert haben muss. Nach dem Lesen der Lektüre war die Installation der Solaranlage kein Problem für uns.

Anschluss eines Wechselrichters / Inverters

Es ist schon ein echter Luxus. Mann steht mitten in der Walachei und betreibt 230 Volt Geräte wie in der heimischen Wohnung. Zu verdanken haben wir das den so genannten Inverter bzw. Wechselrichter.

Da wird eine Kaffeemaschine mit 1300 Watt betrieben, die Haare mit 1500 Watt getrocknet und eine Mikrowelle erwärmt das Essen mit 1000 Watt. Schnell wird da die Batterie überstrapaziert war zur Folge hat, dass die Batterien dieses „brutale“ entladen und wieder aufladen nicht lange mitmachen. Auch das Laden von Geräten mit Netzteilen sei gut überlegt. Wandelt der Inverter doch 12V in 230V um, um anschließend vom Netzteil wieder in 5, 9 oder 12V transformiert zu werden. Eigentlich ein absolut unnötiger Vorgang, zumal die Inverter schon im Leerlauf 2-4 A verbrauchen.

Dennoch ist es schön zu wissen, im Notfall auch beim autark stehen etwas laden zu können. Somit steht der Kauf eines Wechselrichters bei vielen ganz oben auf der Wunschliste.

Man unterscheidet zwischen Wechselrichter mit einer modifizierten Sinuswelle (meist günstiger) und einer echten Sinuswelle. Mit Letzterer kommen vor allem wärmeproduzierende Geräte besser klar. Aber auch Netzteile mögen die echte Sinuswelle lieber. Im schlimmsten Fall können Geräte sogar durch die modifizierte Welle kaputte gehen.

Sehr kleine Wechselrichter können ohne großen Umstand einfach am Zigarettenanzünderkabel geladen werden. Diese einfache Installation ist Grund für den oft leichtfertigen Umgang wird mit leistungsstarken Invertern. Schnell wird da ein viel zu dünnes Kabel mit einer fehlenden oder mangelhaften Absicherung gewählt. Die Folgen können dabei fatal sein. So manch Wohnmobil ist auf Grund eines Kabelbrandes schon in Flammen aufgegangen. Daher nachfolgend ein paar wichtige Hinweise:

  • Geeignete Kabelstärken wählen. Die Kabelstärke setzt sich zusammen aus der Stromstärke (A), der Spannung (V) und der Kabellänge. Eine Hilfe zum Berechnen der Größe empfiehlt sich dieser Konfigurator: https://www.fraron.de/content/kabelkonfigurator/
  • Kabelschuhe müssen mit einer speziellen Zange gecrimpt werden. Der Fachhandel kann dabei helfen. Alternativ können die auch fertig konfektioniert (abgelängt und mit Hülsen versehen) im Internet bestellt werden (https://www.fraron.de/kabelkonfektion-kabelsets/). Bei größeren Kabelstärken können statt Hülsen auch Stiftkabelschuhe auf das Kabelende crimpen.
  • Auch wenn der Inverter bereits intern gesichert sein sollte (nicht jeder ist das), empfiehlt sich eine zusätzliche, von außen zugängliche Sicherung. Sie sichert Fehlströme die außerhalb des Gerätes entstehen. Auf Grund der Leistungsaufnahme können die Sicherungen und Kabelstärken enorme Ausmaße erreichen.Für unsere Inverter im Wohnraum (1000 Watt) haben wir bei 12 Volt, 22 mm² und eine 150A Absicherung gewählt. Die errechnet sich aus 1500 Watt (Spitze) / 12 Volt = 125 AmpereFür unsere Inverter im Fahrerhaus (1000 Watt) haben wir bei 24 Volt, 16 mm² und eine 60A Absicherung gewählt. Die errechnet sich aus 1000 Watt (Spitze) / 24 Volt = 62 Ampere

Was muten wir unserer Batterie zu?

Immer wieder ist zu lesen, dass die arme Batterie mit der Kapselkaffeemaschine torpediert wird. In meinen Augen ein Graus, denn für eine derart schnelle Entladung mit anschließender Ladung sind die meisten Batterien nicht gedacht.

Zwei Rechenbeispiele mit einer Aufbaubatterie mit einer Kapazität von 90 Ah:

Autoradio: Ein Radio verbraucht 12 Watt bei 12 Volt, demnach 1 Ampere (12 /12). Unsere Batterie könnte also 90 Stunden laufen bis die Batterie leer ist.

Wichtiger Hinweis (bevor Beschwerden kommen): Dies ist nur ein Rechenbeispiel zur Verdeutlichung des Rechenwegs. Eine Batterie bringt nicht bis zum Schluss die benötigte Leistung und nach einer Tiefenentladung könnte sie auch hin sein.

Kaffeemaschine Kapseltyp: Leistungsaufnahme 1450 Watt, Spannung 230V, versorgt über einen 2000 W Sinus Inverter.

Leistung = 120 Ampere (1450 Watt Verbrauch /12 V Spannung). Nach unserer Rechnung wäre die Batterie nach 45 Minuten leer und ggf. durch eine Tiefenentladung kaputt. Geht man davon aus, dass sie nicht tiefenentladen werden soll und umständehalber (LiMa-Ladung, Ladegerät Kennlinie, Alterung, Temperatur etc.) nur eine Kapazität von 60% hat, wäre nach 27  Minuten Schluss mit Kaffee kochen. Wollen wir sie schonen und nicht mehr als 50% entladen, ist nach ca. 15 Minuten Schluss, also etwas 4 Kaffee.

Also lieber den Perkolator anschmeißen 🙂

Gesamtübersicht unserer Komponenten:

  • Gesamtlänge Kabel: ~300 Meter
  • Verteilung an der Batterie: Votronic Plus Distributor 6 und 8 sowie Minus Distributor 14
  • Elektroblock: Schaudt EBL 208S
  • Blei Gel Batterie: Exide ES2400 Equipment Gel (Gel G210) 210Ah
  • Zusätzliches Ladegerät: Schaudt LT420
  • Überspannungsschutz: Schaudt OVP 01 A (nur in sehr wenigen Ländern sinnvoll)
  • Solarregler Lilie SR Duo 330
  • Batteriecomputer LCD m. 400A Mess-Shunt Lilie 
  • Solarcomputer Büttner
  • Inverter:
    • AEG 97121 Sinus-Inverter SW 1000W/12V
    • ECTIVE SI104 Sinus-Inverter 1000W/24V (Fahrerhaus)
  • 2 x Solarmodul Lilie 120W, 12V, monokristallin
  • Der Aufbau hat eine eigene Lichtmaschine, 90 A Bosch.

 

Unsere Installation

 

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